Kaj
Chydenius
Der
finnische Liedermacher Kaj Chydenius wurde am 16. Oktober 1939 geboren.
Er studierte von 1957 bis 1965 Musiktheorie an der Sibelius-Akademie
und Musikwissenschaft an der Universität Helsinki; er ergänzte
seine Kompositionsstudien von 1981 bis 1982 am Tschaikowski-Konservatorium
in Moskau.
Seit
Mitte der 1960er Jahre ist Chydenius’ Wirkungsbereich das
neue finnische Theater in brecht’scher Tradition. Seine erste
Bühne war das Studententheater der Universität Helsinki,
Helsingin Ylioppilasteatteri, das zu vielen aktuellen Fragen Stellung
nahm: zum Beispiel zur Wohnsituation der Studenten, der Erziehung
zur Internationalität und dem finnischen Faschismus (Lapua-Bewegung).
In kurzer Zeit wurde Chydenius zu einem der gefragtesten Liedermacher
seiner Generation. Das KOM-Theater, das sich seit seiner Gründung
1969 zur Gallionsfigur des finnischen Theaters entwickelt hat, war
für Chydenius die logische Fortsetzung seines beruflichen Weges.
1971
nahm Chydenius als Begleiter der finnischen Singgruppe Agit Prop
am 2. „Festival des politischen Liedes“ in Berlin teil.
Inspiriert von der Singebewegung der DDR entwickelte sich auch eine
Singebewegung in Finnland. Die Kontakte, die in diesen Jahren entstanden,
sind persönlich und intensiv geblieben.
Besonders
produktiv war Chydenius als Liedermacher. Er vertonte Tausende finnischer
Gedichte – von Franzén und Juteini, die ihre Gedichte
im 18. Jahrhundert schrieben, bis hin zu zeitgenössischen Autoren
wie Ilpo Tiihonen, Jukka Itkonen und Anna-Leena Härkönen.
Als
schwedischer Muttersprachler arbeitete Chydenius außerdem
viel in Schweden. Infolge seines internationalen Umgangs benutzte
er für seine Vertonungen auch Texte von Autoren wie Heinrich
Heine, Bertolt Brecht, Pablo Neruda, Shakespeare und Wendy Cope,
Beaumarchais und Pierre Reverdy, Puschkin und Jewtuschenko.
Während
der letzten 20 Jahre baute Chydenius eine Art Gesangsstudio auf,
in dem Sänger im freien Verband seine Werke einüben und
aufführen. Meist werden sie dabei vom Komponisten selbst begleitet,
der das Publikum auch thematisch an das Konzert und die einzelnen
Gedichte heranführt.
„Das
Gedicht steht im Zentrum”, sagt Kaj Chydenius, „manchmal
kann Musik ein Gedicht mit Flügeln versehen und in die Höhe
erheben.”
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